Ultraleichtflugzeug

ULTRALEICHTFLIEGEN IM ÜBERBLICK

Seit die UL´s am Start sind ist Schluss mit unnötiger Umweltverschmutzung und Lärmbelästigung sowie teuren Charter- und Ausbildungskosten. Dies sind wohl jene Vorteile, welche das Ultraleichtfliegen heutzutage für viele so attraktiv macht. Heutige Ultraleichtflugzeuge bestehen aus hochmodernen Materialien und werden nach dem neusten Stand der Technik produziert. Es sind immer sparsamere und leisere Flugzeuge anzutreffen. Darüberhinaus wird bei Ultraleichtflugzeugen der Faktor „Sicherheit“ besonders groß geschrieben: Alle UL´s sind heutzutage mit einem Ganzrettungssystem ausgestattet, welches im Notfall das Flugzeug mit Pilot an einem großen Fallschirm zu Boden gleiten lässt. Einzuordnen sind Ultraleichtflugzeuge in der Klasse der „Luftsportgeräte“ und unterliegen dadurch vereinfachten Zulassungs- und Wartungsvorschriften. Es wird unterschieden zwischen Gewichtskraftgesteuerten Ultraleichtflugzeugen und Aerodynamisch gesteuerten Utraleichtflugzeugen.

Aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge

Aerodynamisch gesteuerte Ultraleichtflugzeuge werden zur Steuerung durch Ruderausschläge um Längs-, Quer- oder Hochachse gedreht, man spricht daher auch von Drei-Achs-Steuerung. Außer bei Doppeldecker-Bauformen ist die Sitzanordnung in der Regel nebeneinander

Gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge

Gewichtskraftgesteuerte Ultraleichtflugzeuge besitzen keine Ruder, die Steuerung erfolgt durch Gewichtsverlagerung bzw. Schwenkung der gesamten Flügelfläche. Die Preise zwischen den verschiedenen Herstellern sind sehr unterschiedlich, angefangen von 3.000€ für einen motorisierten gebrauchten Trike bis zu 30.000 für ein vollgeschlossenes gebrauchtes Ultraleichtflugzeug mit allem drum und dran.

ULTRALEICHTFLIEGEN – LERNEN IM VEREIN ODER IN DER FLUGSCHULE

Es gibt generell zwei Methoden das Ultraleichtfliegen zu erlernen: Im Flugverein oder in einer Flugschule. Im Flugverein wird die Ausbildung in der Regel von ehrenamtlichen Fluglehrern durchgeführt. Neben den Benutzungskosten für das Fliegen treten keinen weiteren Kosten, wie z.B. Honorar für den Fluglehrer auf. Für diejenigen die das Fliegen in einer Gemeinschaft erlernen möchten ist der Flugverein sicherlich die beste Wahl und die Gesamtkosten für die Ausbildung halten sich in Grenzen. In UL – Flugschulen hat die Gemeinschaft eher einen sekundären Stellenwert, da der Schwerpunkt auf einer möglichst zügigen Ausbildung liegt und die Flugschule Gewinnorientiert arbeitet. Wer schnell zur Lizenz kommen will ist eine Flugschule die beste Wahl, jedoch liegen die Kosten weitaus höher als bei Flugvereinen, das die Fluglehrer bezahlt werden müssen. Eine Übersicht über Flugschulen gibt es im Ultraleicht Flugschulen – Verzeichnis. Hier gibt es weitere Infos zum Thema Ultraleicht Flugschein.

Die beiden Varianten des Ultraleichtfliegen im Überblick

Flugverein

    • Vereinsleben / Gemeinschaft
    • Fliegen in der Regel nur am Wochenende
    • Kostengünstig

Flugschule:

    • Kurze Ausbildungsdauer
    • Fliegen auch unter der Woche
    • Kostenintensiver

Vor – und Nachteile des Ultraleichtfliegen

Vorteile:

      • hohe Sicherheit dank Ganzrettungssystem
      • relativ günstige Charterkosten
      • lärmarm, sparsam, umweltfreundlich
      • saisonunabhängig
      • kurze Start / Lande – Strecke

Nachteile:

      • maximal 2 Personen (inklusive Pilot)
      • relativ geringe Zuladung
      • teilweise relativ Windanfällige Flugzeugtypen
      • kein Nachtflug möglich
      • kein Instrumentenflug möglich

SPL – F: Ultraleichtflugzeug Ausbildungsinhalte

Theoretischer Teil

            • Luftrecht
            • Navigation
            • Flugfunk
            • Meteorologie
            • Technik
          • Verhalten in besonderen Fällen

Flugverein

Im Flugverein wird der Theorieunterricht in der Regel von ehrenamtlichen Fluglehrern statt und ist kostenlos. Lediglich die Unterrichtsmaterialien wie Karten, Kursdreieck und andere müssen selbst finanziert werden.

Flugschule

In einer Flugschule wird der Theorieunterricht von kompetenten Fluglehrern geleitet und ist Kostenpflichtig. Die Kosten für den Unterricht schwanken regional und belaufen sich im Mittelwert auf ungefähr 600€.

Pilot Voraussetzungen für den SPL – F Ultraleichtflugschein

          • Beginnen kann man die Ultraleicht-Ausbildung mit 16 Jahren
          • eine Höchstsgrenze für das Alter gibt es nicht
          • Lizenzerteilung ab einem Alter von 17 Jahren
          • Gesundheitliche Überprüfung durch einen Fliegerarzt
          • ein wenig technisches Verständnis
          • hohes Verantwortungsbewusstsein
          • Erklärung über schwebende Strafverfahren
          • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz

Geschichte des Ultraleichtflugzeug

1979: Es ging los!

Angefangen hat die jüngste Sparte der Luftfahrt in den 80er Jahren in den USA. Zunächst waren es einfachste Konstruktionen, welche teilweise aus nicht mehr als ein paar Rohren und Stoff bestanden. Ultraleichtflugzeuge gab es nur in einsitziger Form, was die Schulung schwierig machte und die Schadensmeldungen umfangreicher. Das Leergewicht der Flugzeuge war auf 100 kg begrenzt.

1980 – 1990: Rasante Fortschritte

In den achtziger und neunziger Jahren machte die Ultraleichtfliegerei rasante Fortschritte in den Bereichen Sicherheit, Performance und Umweltschutz.Es folgten Doppelsitzige Flugzeuge und die Erhöhung des Leergewichts auf zunächst 115kg , später 150 kg. Nach und nach wuchs die Ultraleichte Fliegerei und überzeugte mehr und mehr von seiner günstigen, sicheren, schnellen und unbürokratischen Seite.

1993: Luftsportgeräteverordnug tritt in Kraft
Die Luftsportgeräteverordnung wird ins Leben gerufen, welche unter der Ausicht und Verwaltung der Luftsportverbänder DULV und DAec agiert.
Diese Verordung besagt unter anderem, dass an Stelle des Leergewichts nun das Abfluggewicht als Begrenzungmaßstab verwendet werden soll, somit stieg das maximale Abfluggewcht MTOW auf zunächste 400 kg, später 450 kg.Im Verlauf der kommenden Jahre wurde das Abfluggewicht auf 472,5 kg erhöht.

Der Ultraleicht Flugschein im Überblick

Der Ultraleicht Flugschein

      • berechtigt zum Führen von Ultraleichtflugzeugen
      • es darf zwischen 30 Minuten vor Sonnenaufgang bis 30 Minuten nach Sonnenuntergang geflogen werden

Benötigte Unterlagen für den Ultraleicht Flugschein

      • Ausbildungsmeldung, dass man mit Schulung angefangen hat ( spätestens 8 Tage nach Ausbildungsbeginn )
      • Antrag zur Lizenzaustellung
      • Gültiges fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2
      • Bestätigung über Teilnahme an Erste Hilfe Kurs ( oder Führerscheinkopie, falls dieser nach 1965 ausgestellt wurde )
      • Erklärung über schwebende Strafverfahren
      • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz
      • Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses
      • Ausbildungsnachweisheft
      • Praxis-Prüfprotokoll
      • Kopie des Sprechfunkzeugnisses

Fluglehrer – Berechtigung für Ultraleicht Flugschein

      • Ausreichend Flugerfahrung auf aerodynamisch gesteuerten Ultraleichtflugzeugen
      • eine bestandene Auswahlprüfung
      • die erfolgreiche Teilnahme an einem vom Beauftragen durchgeführten bzw. annerkannten Ausbildungslehrgang

Praktischer Teil Ultraleichtflugzeug

      • Starts und Landungen auf verschiedenen Flugplätzen
      • Außenlandeübungen mit Fluglehrer
      • mind. zwei Überlandflüge mit Fluglehrer (> 200 km mit Zwischenlandung)
      • mind. drei Überlandflüge im Alleinflug (> 50 km mit Zwischenlandung)
      • theoretische und praktische Einweisung in besondere Flugzustände und in das Verhalten bei Notfällen
      • 30 h Flugzeit, davon mind. 5 h Alleinflugzeit

Flugverein:

Im Ultraleicht-Flugverein findet der Praktische Flugunterricht generell am Wochenende statt. Neben den allgemeinen Verbauchskosten (Treibstoff + Chartergebühr + Landegebühren) entstehen keine weiteren kosten, da die Fluglehrer generell ehrenamtlich tätig sind.

Flugschule:

In einer Ultaleicht-Flugschule sind neben den allgemeinen Verbrauchskosten ( Treibstoff + Chartergebühr + Landegebühren ) noch die Fluglehrer zu bezahlen. Die Preise schwanken regional und bilden einen Mittelwert von ungefähr 100€ pro Flugstunde.

Ultraleichtflugzeug – Die Kosten in der Übersicht

Die Ausbildungskosten für die Ultraleichtflugzeug – Lizenz in Flugschulen & Flugvereinen

Ultraleichtflugzeug – Flugschulen:

Sprechfunk: 150 €
Landegebühren: 150 €
Grundgebühr: 500 €
Theorie Unterricht: 500 €
Flugstunden: 3500 €
Kurs-Materialien: 150 €
Gesamtkosten 5100 €

Ultraleichtflugzeug – Flugvereine:

Sprechfunk: 150 €
Landegebühren: 150 €
Prüfungsgebühren: 150 €
Grundgebühr: 500 €
Theorie Unterricht: 0 €
Flugstunden: 1800 €
Kurs-Materialien: 0 €
Gesamtkosten: 2750 €

Die Preise bilden lediglich einen Richtwert und unterliegen starken regionalen Schwankungen!