Segelfliegen

Segelfliegen – ruhiger gehts nicht

Segelfliegen bedeutet nichts weiter als motorloses Fliegen mit Gleitflugzeugen wie Segelflugzeugen, Motorseglern und weiteren Gleitflugzeugen. Um es einfach auszudrücken, wird die Höhe welche ein Segelflugzeug benötigt, mittels thermischer Aufwinde sichergestellt. Thermische Aufwinde sind Warmluftblasen welche vom Boden aus in Richtung Wolken aufsteigen und für deren Entstehung sorgen.

Diese Warmluftblasen können je nach Wetterlage besonders stark ausgeprägt sein und werden von Gleitflugzeugen durch Kreisflüge zum Höhe gewinnen genutzt. Somit können Höhen von mehreren Tausend Metern erreicht werden. In höheren Gebirgen, wie den Alpen, sind wesentlich größere Höhen möglich. Entscheidend für die Entwicklung von Thermik – Wolken ( Cumulus ) ist die Sonneneinstrahlung, welche den Boden aufwärmt.

Segelflugbedarf

Segelfliegen – Abwechselung garantiert

Auch in Sachen Wettbewerb lässt das Segelfliegen keine Wünsche offen: Ob man sich mit seinem Verein in der Segelflugzeug – Bundesliga messen will oder bei einem der zahlreichen lokalen Wettbewerbe teilnimmt, es ist für jeden etwas dabei. Die Teilnahme an großen internationalen Segelflug – Wettbewerben ist ebenfalls möglich.Darüber hinaus stellt das Fliegen im Ausland für Segelflieger keinen großen Aufwand dar und ist eine Empfehlung für alle welche eine neue Szenerie benötigen oder einfach nur den Urlaub mit dem Hobby verbinden wollen.

Segelfliegen lernen im Verein

Falls man sich dazu entschließt die Ausbildung in einem Flugverein zu machen ist man bei einem der zahlreichen Segelflugvereine in Deutschland herzlich Willkommen.Die Ausbildung bei einem Flugverein ist wesentlich günstiger als bei einer Flugschule, jedoch ist der Zeitaufwand deutlich höher. In Flugvereinen genießen Mitglieder ein geselliges miteinander und ein interessantes Umfeld. Neben organisierten Fliegerlagern, Events wie das Fliegen von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang warten viele weitere Überraschungen auf dem Weg zur Segelfluglizenz.

Die Ausbildung bis zum Flugschein dauert bei Segelflugvereinen  zwischen 2-3 Jahre, je nachdem wie viel Zeit man investiert kürzer oder länger. Die Segelflug – Saison geht bei Flugvereinen in der Regel von Anfang März bis Ende September / Oktober und findet an den Wochenenden statt. Nicht selten gibt es auch in den Sommerferien für mehrere Wochen Flugbetrieb oder Flieger – Lager im Ausland.

Wer sich jedes Wochenende blicken lässt und im Winter seine Baustunden ( i.d.R. 30 h ) leistet, sollte die Ausbildung in 2-3 Jahren absolviert haben. Zudem bieten viele Vereine sogenannte Flatrate-Tarife an, bei dem man einen Fixbetrag im Monat bezahlt und dafür so viel man will fliegen kann; Ein Beispiel dafür bietet der Flugsportclub Rüsselsheim in Hessen am Vogelsberg, wo man Segelfliegen für 50€ im Monat erlernen kann. Es muss für den Erhalt der Segelfluglizenz eine theoretische und praktische Prüfung abgelegt werden. Die theoretischen Inhalte  bilden sich aus sieben einzelnen Fächern.

Segelfliegen lernen in der Flugschule

Wem die Ausbildung bei einem Segelflugverein zu lange dauert der findet Abhilfe in Segelflugschulen. Bei Flugschulen liegt der Fokus ausschließlich auf der erfolgreichen Absolvierung der Ausbildung in möglichst kürzester Zeit. Dort dauert es bis zum Flugschein nur lediglich ein paar Wochen. Besonders interessant ist dies für Berufstätige, welche nicht das ganze Wochenende am Flugplatz verbringen wollen und zügig zum Flugschein gelangen möchten. Segelflugschulen in der Übersichtskarte gibt es hier:

Theorie & Praxis

Es muss für den Erhalt der Segelflugzeug – Lizenz eine theoretische und praktische Prüfung abgelegt werden. Die theoretischen  Inhalte  sind in sieben Fächer aufgeteilt; Jedes einzelne der Fächer wird in der Segelflug – Theorie – Prüfung abgefragt. Eine mündliche Nachprüfung bei nicht bestehen  ist,  je nach erreichter Prozentanzahl, möglich. Die praktische Prüfung besteht aus drei Alleinflügen vor einem bestellten Prüfer.

Vorteile Segelflugschule / Segelflugverein

Vorteile Flugschule

  • kurze Ausbildungsdauer
  • Ausbildung auch unter der Woche

Vorteile Flugverein

  • Vereinsleben / Gemeinschaft
  • geringere Ausbildungskosten

Segelfliegen – Geschichte

Geschichte des Segelflugzeug – Wie alles begann

Die Pioniere
Bereits Otto Lilienthal versuchte in den 1890er Jahren den Hangaufwind zur Verlängerung der Flugstrecke zu nutzen und tat sich damit lange zeit sehr schwer. Auch Zeitgenosse Alois Wolfmüller versuchte sich fern von der Öffentlichkeit mit den ersten Flugversuchen am Lechhang bei Landsberg. Den ersten längeren motorlosen Flug absolvierte Orville Wright mit einer Länge von fast 10 Minuten in einem Hangaufwind.

Die Vorreiter vom Segelfliegen

Die Wasserkuppe als Vorläufer
Richtig los ging es seit 1919 auf der Wasserkuppe in der Rhön, welches eines der ältesten Segelflugzentren in Deutschland ist. Dort wurden diverse Versuche unternommen sowie die Entwicklungen unterschiedlicher Konzepte von Starttechniken und Auftriebsnutzung vorangetrieben. Es entstanden dutzende weitere Flugplätze wie der 1923 errichtete Flugplatz in Hirzenhain ( heute Gemeinde Eschenburg im Lahn-Dill-Kreis ). Somit fand das Segelfliegen seinen Anfang und die Flugvereine verzeichnen starken Mitgliedernachwuchs.

Fortschritt

1921 – Richtungsweisend
Ein Flugzeug der Hannoveraner Akaflieg bewies im Jahre 1921 wohin es mit der Segelfliegerei gehen sollte: Das Segelflugzeug namens „Vampyr“ überzeugte durch geringen Widerstand, sauber ausgeformtem und beplanktem Rumpf sowie einem dünneren Flügelprofil als vergleichbare Segelflugzeug – Typen.

Segelfliegen im Aufbruch

Zunächst waren noch nicht viele in der Lage die noch zunächst komplexen und sehr instabilen Segelflieger zu steuern. Durch enorme Fortschritte in Technik, Sicherheit und Performance ist diese Sportart für viele Fluginteressierte zur Leidenschaft geworden und freut sich größter Beliebtheit durch seine Umweltschonende Art und Weise des Fliegens.

In den folgenden Jahrzehnten erfuhr der Segelflugsport eine rasante Entwicklung in den Bereichen Technik, Sicherheit, Produktion und Performance welche bis heute anhält. Immer bessere, leistungsstärkere, größere Segelflugzeuge werden gebaut und in großer Stückzahl gefertigt. Moderne Segelflugzeuge bestehen aus modernsten Materialien und haben Gleitzahlen von bis zu 1:60 (1.000 Meter Höhenverlust = 60 KM Strecke). Die Geschichte des Segelfliegen wird weiter geschrieben:-)!

Segelfliegen – Ausbildungsinhalte

Theoretischer Teil

        • Luftrecht, Aerodynamik
        • Navigation, Flugfunk
        • Meteorologie, Technik
        • Verhalten in besonderen Fällen

Theorieprüfung

Alle Fächer der Theorieprüfung werden separat geprüft und können, falls sie nicht bestanden werden, einzeln nachgeholt werden. Ein gegenseitiges Ausgleichen der Fächer untereinander ist nicht möglich.Die Theoretische Prüfung kann bereits vor der praktischen Prüfung absolviert werden.

Flugverein:

Bei Segelflugvereinen findet der Theorieunterricht im Rahmen des Vereins meistens in den Flugfreien Wintermonaten statt. In der Regel wird der Unterricht von ehrenamtlichen Fluglehrern kostenlos angeboten.

Flugschule:

In Segelflugschulen kann der Theorieunterricht je nach Bedarf zeitlich individuell angepasst werden. Der Unterricht wird ebenfalls von kompetenten Fluglehrern gehalten und kostet in der Regel um die 400€.

Segelflugzeug Lizenz: Praktischer Teil
1. Ausbildungsabschnitt: A – Prüfung

Schulung mit doppelsitzigen Flugzeugen mit Fluglehrern bis zum ersten Alleinflug
Grundlegende Einführung in das Fliegen
Kurvenflug
Start- / Lande – Übungen
Die A – Prüfung endet mit der Absolvierung von 3 Alleinflügen. Vor den Flügen muss der Schüler von einem zweiten Fluglehrer überprüft werden.
2. Ausbildungsabschnitt: B – Prüfung

Weiteres ausbauen der fliegerischen Fähigkeiten
Steilerer und schnellerer Kurvenflug
Erste praktische Einführung in das Thermikfliegen ( Aufwind )
Die B – Prüfung endet mit der Absolvierung eines Fluges mit Fluglehrer, bei dem bestimmte Kriterien erfüllt werden müssen

3. Ausbildungsabschnitt: C – Prüfung

Weitere tiefere Einführung in das Thermikfliegen
Erlernen des Seitengleitfluges ( Slip )

Segelflugzeug – Lizenzen

  • berechtigt zum Führen von motorlosen Segelflugzeugen
  • es darf nur tagsüber geflogen werden
  • mit entsprechender Funksprecherlaubnis sind Segelflüge durch ganz Europa möglich

Benötigte Unterlagen für die Segelflugzeug – Lizenzerteilung

  • Ausbildungsmeldung, dass man mit der Schulung angefangen hat
  • Antrag zur Lizenzaustellung
  • Gültiges fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2
  • Bestätigung über Teilnahme an einem Erste Hilfe Kurs ( oder Führerscheinkopie, falls dieser nach 1965 ausgestellt wurde )
  • Erklärung über schwebende Strafverfahren
  • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz
  • Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses
  • Ausbildungsnachweisheft, Praxis-Prüfprotokoll, Kopie des Sprechfunkzeugnisses

Umwandlung Segelflugzeug PPL (C) –> SPL

  • Bis zum 8.April 2015 muss die PPL-C Lizenz zur neuen SPL Lizenz umgewandelt werden.
  • Die Umwandlung erfolgt nur auf Antrag, also nicht automatisch oder von Amts wegen.
  • Rechte habe ich mit der europäischen Lizenz?
  • Die Rechte als SPL-Inhaber bestehen im Allgemeinen nach FCL.205.S darin, als PIC auf Segelflugzeugen und Motorseglern tätig zu sein. Für das Ausüben der Rechte auf einem Reisemotorsegler (TMG) wird die TMG-Berechtigung nach FCL.135.S benötigt. Gewerblich oder gegen Vergütung darf nach FCL.205.S b) (2) nur tätig werden, wer
  • nach Erteilung der Lizenz 75 Stunden Flugzeit oder 200 Starts als PIC auf Segelflugzeugen oder Motorseglern absolviert hat und eine Befähigungsüberprüfung mit einem Prüfer absolviert und das Alter von 18 Jahren erreicht hat

Voraussetzungen für die Segelflugzeug Lizenz

  • beginnen kann man die Segelflug-Ausbildung mit 14 Jahren
  • eine Höchstgrenze für das Alter gibt es nicht
  • Lizenzerteilung ab einem Alter von 16 Jahren
  • Gesundheitliche Überprüfung durch einen Fliegerarzt
  • ein wenig technisches Verständnis
  • hohes Verantwortungsbewusstsein
  • Erklärung über schwebende Strafverfahren
  • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz
  • hohes Maß an Selbstverantwortung