Motorflug

PPL A – MOTORFLUG

Motorflug ist das Fliegen mit einem Flugzeug, welches durch einen oder mehrere Motoren angetrieben wird und selbstständig vom Boden abhebt. Die PPL – A ( Privat Pilot Licence ) berechtigt zum nichtgewerblichem Führen von einmotorigen kolbengetriebenen Flugzeugen bis 2 Tonnen, welche in Deutschland und im Ausland zugelassen sind. Die PPL A Lizenz erlaubt uneingeschränkte grenzüberschreitende Flüge. Die Lizenz zum Motorflug berechtigt zum Fliegen nach Sichtflugregeln, was bedeutet das der Pilot selber dafür verantwortlich ist Zusammenstöße zu vermeiden und nur bei ausreichend guten Wetterbedingungen zu fliegen. Es müssen die sogenannten Sichtflugbedingungen ( VFR = Visual Flight Rules ) gegeben sein. Die sogenannte IFR-Berechtigung ( Instrument Flight Rules ) berechtigt zum Motorflug nach Instrumenten und die Überwachung der Flugbewegungen durch die Flugsicherung. Große Flugzeuge fliegen generell nach IFR Regeln.

VOR – UND NACHTEILE DES PPL – A

Vorteile:

            • Reisen mit bis zu 4 Personen
            • Hohe Geschwindigkeit
            • Fliegen auch bei Nacht
            • Ladevolumen
            • IFR Flüge möglich

Nachteile:

            • Lautstärke, Emissionen
            • Verbrauch / Unterhaltungskosten

PPL A – Geschichte

Wie alles begann – Im Kurzüberblick

Angefangen hat alles mit den Brüdern Wilbur und Orville Wright, welche das erste flugfähige motorgetriebene Flugzeug entwickelt haben.

Gebrüder Wright

Die Gebrüder Wright haben das Motorflugzeug selbst gebaut und geflogen, leiteten die Produktion und prägten maßgeblich die Anfänge der Fliegerei.

Nach dem tödlichen Absturz von Vorreiter Otto Lilienthal wuchs das Interesse der Brüder nach einem flugreifen Fluggerät an und sie setzten ihre Ideen systematisch und konsequent um.

Im Jahre 1901 schufen die Gebrüder ihren ersten Gleiter, welcher sich um alle drei Achsen steuern ließ. Der erste Erfolg kam schließlich im Jahre 1903, als den Brüdern an der Küste des atlantischen Ozeans der erste Motorflug der Geschichte gelang, welcher ganze 12 Sekunden dauerte.

In den darauffolgenden Jahren machten die Brüder weiterhin Schlagzeilen: Die Flugzeuge wurden immer besser steuerbar und erreichten Flugzeiten von bis zu 30 Minuten Dauer.

Die kommenden Jahrzehnte brachten eine rasante Weiterentwicklung in Sachen Sicherheit, Performance und Technik mit sich. Ein erwähnenswertes Beispiel stellen die Flugzeughersteller Cessna und Piper dar, welche heutzutage mit ihren Modellen Cessna Skyhawk /  C182 und Piper Seneca / Arrow / Mirage / Sport und weitere keine Wünsche offenlassen.

PPL A – Ausbildungsinhalte

Theoretischer Teil

                    • Luftrecht
                    • Navigation
                    • Flugfunk
                    • Meteorologie
                    • Technik
                    • Verhalten in besonderen Fällen
                    • Menschliches Leistungsvermögen
                    • Erwerb des beschränkt gültigen Sprechfunkzeugnisses BZF 1 (Englisch) oder BZF 2 (deutsch)

Der theoretische Teil schließt  mit bestandener Prüfung ab.

Praktischer Teil

                    • 45 h Flugzeit, davon mind. 10 h Alleinflugzeit
                    • An-/Abflüge zu kontrollierten Flugplätzen
                    • mindestens 5 Stunden Überlandflug im Alleinflug
                    • 5 Flugstunden können in einem Simulator oder Verfahrenstrainer durchgeführt werden
                    • mindestens 270 km langer Streckenflug mit 2 Landungen
                    • Starts und Landungen auf verschiedenen Flugplätzen

Der praktische Teil schließt mit bestandener Prüfung ab.

 

PPL A – Voraussetzungen

                      • beginnen kann man die Ausbildung mit 16 Jahren
                      • eine Höchstsgrenze für das Alter gibt es nicht
                      • Lizenzerteilung ab einem Alter von 17 Jahren
                      • Gesundheitliche Überprüfung durch einen Fliegerarzt
                      • technisches Verständnis
                      • Die Prüfungen müssen innerhalb von 4 Jahren nach Beginn der Ausbildung abgelegt und bestanden werden
                      • hohes Verantwortungsbewusstsein
                      • Erklärung über schwebende Strafverfahren
                      • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz

PPL A – Lizenzen

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es seit Einführung der JAR-Regelungen drei Arten der PPL-A-Lizenz:

1. PPL – A nach LuftPersV:

                          • berechtigt zum nichtgewerblichem Fliegen in Deutschland
                          • Abfluggewicht bis 750 kg
                          • nur gültig mit eingetragenem „Class Rating“

2. PPL – A nach LuftPersV: ( vor 1.5.2003 )

                          • diese Lizenz kann in einen PPL-A nach JAR-FCL umgeschrieben werden
                          • bestimmte Voraussetzungen sind zu erfüllen

3. PPL -A nach JAR FCL:

                          • berechtigt zum nichtgewerblichem Fliegen in Deutschland und imAusland
                          • Abfluggewicht bis 2.000 kg
                          • Charter im Ausland möglich

Benötigte Unterlagen für die Motorflug-Lizenzerteilung ( PPL – A )

                          • Ausbildungsmeldung, dass man mit Schulung angefangen hat ( spätestens 8 Tage nach Ausbildungsbeginn )
                          • Antrag zur Lizenzaustellung
                          • Gültiges fliegerärztliches Tauglichkeitszeugnis Klasse 2
                          • Bestätigung über Teilnahme an einem Erste Hilfe Kurs ( oder Führerscheinkopie, falls dieser nach 1965 ausgestellt wurde )
                          • Erklärung über schwebende Strafverfahren
                          • Führungszeugnis gemäß § 30 Bundeszentralregistergesetz
                          • Kopie des Personalausweises oder des Reisepasses
                          • Motorflug Ausbildungsnachweisheft
                          • Praxis-Prüfprotokoll
                          • Kopie des Sprechfunkzeugnisses

Instrumentenflug – Berechtigung (IFR)

Die Motorflug-Instrumentenflugberechtigung erlaubt es dem Piloten das Flugzeug auch bei eingeschränkter Sicht bzw. innerhalb von Wolken zu bewegen. Die Fluglage des Motorflugzeugs wird dabei ausschließlich über Instrumente im Flugzeug und mithilfe der Fluglotsen am Boden kontrolliert. Somit wird das Fliegen mehr oder weniger Wetterunabhängig durchgeführt, was unter anderem eine Voraussetzung für die Einhaltung von Flugplänen ist. Alle Regeln rund um das Fliegen nach Instrumenten sind in den IFR Regeln festgehalten.

Für den Erwerb der Instrumentenflugberechtigung ( Motorflug PPL A ) sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

                          • Besitz der PPL A Lizenz mit Nachtflugqualifikation
                          • eine praktische Tätigkeit als Flugzeugführer
                          • eine theoretische Ausbildung
                          • eine praktische Ausbildung
                          • Berechtigung zur Ausübung des Sprechfunkdienstes im Instrumentenflug ( AZF )

Nachtflug – Berechtigung

Die Nachtflugberechtigung erlaubt es dem Piloten bei Nacht zu fliegen, sofern die erforderlichen technischen Hilfsmittel vorhanden sind.

Für den Erwerb der Nachtflugberechtigung sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

                          • Besitz der PPL A Lizenz
                          • mindestens 5 Flugstunden bei Nacht
                          • davon mindestens 3h mit Fluglehrer
                          • mindestens fünf Landungen im Alleinflug

Fluglehrer – Berechtigung

Die Lehrberechtigung erlaubt es dem Piloten Flugschüler zu unterrichten.

Für den Erwerb der Motorflug-Lehrberechtigung sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

                          • Lizenz PPL – A JAR-FCL
                          • Mindestalter von 18 Jahren
                          • mind. 200 Flugstunden Erfahrung
                          • Nachweis theoretischer Kenntnisse CPL (A)
                          • mind. 30 Flugstunden auf Einmotorigen, von denen mind. 5 Stunden in den letzten sechs Monaten
                          • mind. 10 Stunden IFR-Ausbildung ( davon max. 5 auf Simulator )
                          • mind. 20 Stunden Überlandflug , davon 1 Streckenflug von mind. 540 km ( 300 NM ) mit zwei Zwischenlandungen
                          • Befähigungsüberprüfung
                          • Teilnahme an einem amtlich anerkannten Ausbildungslehrgang